Geld/Tasche

Geld/Tasche von Eric Poscher

Mit der Geld/Tasche möchte ich ein Zeichen setzen und Geld als Symbol hinterfragen. Geld als Selbstzweck oder als Vehikel für sinnhaftes Handeln? Wie sehr vertrauen wir auf den symbolhaften Wert eines Geldscheins oder einer Münze? Was passiert wenn man sich über diese Symbolik hinwegsetzt und den Geldschein auf sein Material reduziert? Die Geld/Tasche ist aus dem Diskurs um die Eigenschaften und Macht von Währungen und die damit erreichbaren Wirkungen entstanden. Die Auseinandersetzung mit Komplementär-Währungen im Umfeld des Talentetauschkreis Vorarlberg, eines Workshops mit dem Unterguggenberger Institut in Wörgl, wo im Rahmen von Planspielen unterschiedliche Geldsysteme erfahrbar gemacht wurden und der Diskurs um das Grundeinkommen waren Ausgangspunkte für das Werk. Stimmen zur Geld/Tasche:

Verbundenes, angenähtes Geld kann unsere Tasche, unsere Region nicht mehr einfach verlassen. Es ist angenäht, damit es hier nutzen stifen kann, seinen Zweck hier uns jetzt erfüllen kann. Das ist einer der beiden zentralen Aspekte des ZwEITgeldes in Vorarlberg. Geld hier zu (an)zubinden. Das andere Ziel - vermittelt durch den Mitgliedsausweis - ist es zusätzliches, ergänzendes Geld  einzubinden in dieses Region. Die ZwEITgeldsymbiose könnte nicht passender dargestellt werden. Gernot Jochum-Müller, Talentetauschkreis Vorarlberg

Der Schein trügt – was könnte ihn besser entlarven als Eric Poschers GeldTasche? Welche Werte packen wir in den Euro? Er könnte sich schnell als leere Hülle erweisen. Sein Wert beruht rein auf dem Glauben und der Tatsache, als gesetzliches Zahlungsmittel verordnet zu sein. Ein Rechtsanspruch auf den Erhalt eines realen Gegenwertes besteht nicht. Die GeldTasche rückt Werte zurecht. Talente knüpfen ein soziales Beziehungsnetzwerk zwischen Menschen und Unternehmen, stärken regionale Strukturen der Nähe und der Gegenwert ist in Leistung gedeckt. Komplementärwährungen wie Talente sind Währungen mit Mehrwert - Neues Geld, das sich Werten verpflichtet fühlt: wertstabil, basisdemokratisch, gemeinschaftsbildend und nachhaltig. Komplementärwährungen können als Instrument der Regionalentwicklung helfen, die Grundversorgung mit Lebensmitteln, Energie und Betreuungsdiensten zu organisieren. Sie sind ein aktiver Schritt aus der Ohnmacht – wie Wörgl während der Weltwirtschaftskrise mit seinem Freigeld 1932/33 bewiesen hat. Veronika Spielbichler, Unterguggenberger Institut Wörgl

Die Geld/Tasche wird kommenden Samstag und Sonntag 9. und 10. Mai beim Kongress „Zukunft gemeinsam gestalten“ im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen und im Rahmen der ersten Subversivmesse in Linz (14-17.5.) präsentiert.

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