Ethische Bewertungen Crowdsourcen?

In New York hat es wieder jemand getan: Ein Jahr möglichst Klimaneutral zu leben in einem Selbstexperiment. Über solche Selbstexperimente wurden nun bereits zahlreiche Bücher geschrieben und Filme gedreht. Colin Beavans ist Journalist und schreibt für Zeitschriften wie Men's Health u.a. und hat wenigstens auch eine sinnvolle Top-Ten Liste für einen Nachhaltigen Lebensstil verfasst, siehe unten.
Ein anderes Projekt hat mein Kollege Roland Alton-Scheidl gestartet, das sich Ethify nennt. Seine durchaus provokante These lautet:

Da sich ethisches Verhalten nie objektiv messen lässt, sondern immer subjektiv beurteilt wird, wollen wir mit dem EQ ein Werkzeug schaffen, dass wir darüber besser kommunizieren. Mit der "Weisheit der Vielen" soll eine Einschätzung leichter gelingen, als mit einem Expertengremium. Dieses Prinzip wird auch als Crowdsourcing bezeichnet.

Ich bin mir nicht sicher, ob da z.B. Fairtrade und Bio-Zertifizierungsstellen zustimmen würden. Sicher gibt es eine Unmenge ganz unterschiedliche Qualitäten und Kriterien und ein kleiner Demeter Biohof hat sicher auch eine andere Ökobilanz als ein großer Biohof, der z.b. nur Schweinshaxen herstellt. Crowdsourcing für ein Qualitätskriterium einzusetzen, öffnet jedoch auch Tür&Tor für Kampfposter, PR Kampagnen, die alles daran setzen werden, das Ergebniss positiv zu beeinflussen. Was meint ihr dazu? Die Diskussion über ethische Bewertungen per Crowdsourcing sollte jedenfalls geführt werden.

1. Kein Fleisch mehr essen. Oder weniger. Die Fleischproduktion sei ein größerer Klimakiller als der Verkehr, so Beavan.

2. Wasser in PET-Flaschen aufgeben. Stattdessen: Leitungswasser trinken. Produktion und Privatisierung von Trinkwasser sei eine ökologische wie soziale Katastrophe.

3. Den „Öko-Sabbat“ einführen. Einen Tag, einen Nachmittag oder auch nur eine Stunde in der Woche nichts konsumieren, keine elektrischen Geräte benutzen, nichts kochen, nicht telefonieren. Beavan: „Gönne dir und dem Planeten eine Pause.“

4. Spenden. Einen Teil seines monatlichen Einkommens einer Non-Profit-Organisation geben. Man solle keinesfalls auf Angebote à la „Wenn Sie dieses Produkt kaufen, spenden wir ein paar Cent für den Regenwald“ hereinfallen. Konsum schütze nicht das Klima, so Beavan.

5.Selbst in die Pedale treten – und zwar eine bestimmte Anzahl von Tagen im Monat. Das bedeute nämlich nicht nur weniger Treibstoffverbrauch und Treibhausgase, sondern auch gesundes Training und bessere Luft. Beavan: „Eine Stadt voller Fußgänger und Radfahrer ist lebenswerter als eine Stadt voll mit Autos.“

6.Rohstoffe und Energie sparen. Müll kostet Ressourcen und Geld. Wäsche nicht im Trockner trocknen, sondern an der Luft. Lieber einmal weniger verreisen und dafür länger bleiben. Wenn das Handy noch funktioniert, braucht man nicht unbedingt ein neues. Reparieren lassen statt neu kaufen. Die Liste geht weiter und weiter.

7. Gemeinschaften bilden. Spieleabende veranstalten, Freunde zum Essen treffen, zusammen singen, diskutieren. Solche Dinge. Das bringt dem Planeten mehr als ein neuer Flachbildfernseher.

8. Seine Prinzipien auch im Job leben. Andere überzeugen: „Wir müssen so handeln“, sagt Beavan, „dass wir unseren Umweltschutz nicht nur privat in den eigenen vier Wänden leben, sondern auch in der Arbeit.“

9. Umweltarbeit statt Fernsehen. Einmal pro Woche, schlägt der No Impact Man vor, solle man sich für die Umwelt engagieren, statt in die Glotze zu starren.

10. Von ganzem Herzen daran glauben, dass dieser Lebensstil die Welt für alle ändert. Beavan: „Wir sind die Meister unseres Schicksals. So sollten wir auch handeln.“

 

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